Donnerstag, 5. August 2010

anfangen.

Wo das Mögliche und das Unmögliche aufeinandertreffen entsteht das Vermöglichbare.
-Barney Stinson -


Wie geht man seinen ersten Post an? Ich habe die letzten Wochen damit verbracht unzählige Blogs zu lesen um eine Antwort auf diese Frage zu finden, aber irgendwie weiß ich heute genausoviel wie vorher. Seit Monaten träume ich davon meinen allerersten eigenen Blog zu eröffnen um etwas mehr Kreativität in meinen Alltag zu bringen. Ich weiß nicht mehr genau wieviele Stunden ich damit verbracht hab mir ein passendes Thema zu überlegen. Über was weiß ich viel? Was würde ich gerne lesen? Was kann ich gut? Womit beschäftige ich mich?
Die Ideen gingen von Wohnraumdesign, Beautykram, das Leben an sich über Beziehungen, Reisen, Essen...und wieder zurück. Völlig ernüchtert stellte ich fest: gibt es alles schon. Und die Leute die darüber schreiben, können das alle viel besser als ich. Mist! Bittere Erkenntnis - ich bin nichts Besonderes *grml*

Irgendwann kam sie dann aber, die Idee. Eine Sache gibt es in meinem Leben, die ich mit nicht ganz so vielen Menschen teile: ich studiere *kurze-dramaturgisch-wertvolle-pause* berufsbegleitend.

Seit September letzten Jahres verbringe ich meine Freitag Abende und Samstage lieber in einem Vorlesungsraum statt in Bars und auf Partys. Wer braucht schon Freizeit wenn man sich stattdessen mit den Vor- und Nachteilen von Gossen'schen Gesetzen und der Bilanzierung nach IFRS befassen kann?!?
Ganz genau, ich studiere BWL. International Management um genau zu sein. Weil mir das aber irgendwie immer zu schnöselmäßig klingt nenn ich es jedesmal BWL und Englisch. Man muss mich ja nicht schon nach den ersten zwei Sätzen scheisse finden...

Letzten Samstag hab ich das zweite Semester hinter mich gebracht. Wahnsinn wie schnell so ein Jahr vorbeigehen kann. Dann der nächste Gedanke: yay, nur noch 5 Semester! Und die gute Laune ist hinüber. In meinen Augen ist das nur auszuhalten wenn man in kleinen Etappen denkt. In meinem Fall von Semester zu Semester. Würde ich mir ständig ins Gedächtnis rufen dass ich noch 2,5 Jahre lang nicht groß mit meinem Freund auf Reisen gehen kann weil mir das Geld fehlt, ich mich noch 2,5 Jahre Freitag um Freitag durch Menschen in Feierlaune drängeln muss um an die Uni zu kommen und noch 2,5 Jahre lang Samstag Morgens um 6 Uhr mein Wecker klingelt - dann auf zum nächsten Baum. Reicht mir bitte jemand nen Strick?!
Meine Lieblingsmetapher (naja Metapher ist übertrieben...egal) zu diesem Thema ist die Treppe an meiner Sbahn Haltestelle. Sie hat gefühlte 1000 Stufen und ist unfassbar steil. Vor meinem Umzug in die Innenstadt stand ich unzählige Male davor und dachte nur "Was für Menschen laufen da nur hoch und kommen freudig lächelnd oben an?" Meine Wenigkeit würde schweissdurchnässt, hechelnd wie wie Whitney Houston bei ihrem letzten Auftritt oben zusammenbrechen und nach einem Sauerstoffzelt betteln. 
Heute, einige Monate später, gehöre ich selbst zu den Leuten, welche die Rolltreppenfahrer nur müde belächeln. Ich gebe zu, die Motivation diese Treppen zu erklimmen kam nicht von mir selbst sondern von dem Mann mit dem ich mein Leben teile. Dieser meinte nämlich "komm du sitzt doch den ganzen Tag, das ist total gesund!" Ja ja schon klar GESUND pfff, ich will bequem, nicht gesund verdammt! -  aber ich sah ein, dass wochenlanger Prüfungsstress (Abitur...auch per Abendschule) mit Pizza, McDonalds und bergeweise Frustschokolade ihre Spuren hinterlassen haben. Also gut, ich lief die Treppen hoch. Und, oh wundersame Erkenntnis, ich stellte fest, wenn man einfach immer nur auf die 3-4 Stufen schaut die direkt vor einem liegen und einfach mal ausblendet das noch zahllose weitere folgen, ist das alles nicht ganz so schlimm. Immer schön die kommenden 3 im Auge behalten und sich dann - selbstverständlich - hechelnd am Boden liegend - darüber freuen dass plötzlich keine mehr kamen und man endlich oben angekommen ist. 

Und mal ehrlich, wenn's bei den Stufen geklappt hat muss es doch beim Studium auch funktionieren oder?





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